Seasons and Biomes

Frühling

ornis 2/13

 

Daniela Pauli

 

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Jeden Frühling kommt dieser Moment, wo die Natur den Atem anhält. Noch wirkt der Wald schwarz-braun und düster, Bäume und Sträucher sind kahl. Im Verborgenen aber ist alles in höchster Bereitschaft, die Knospen kurz vor dem Bersten. Nach dem nächsten warmen Regen wird das zarte Grün der Blätter von einem Tag auf den anderen überhand nehmen.

Dies alles passiert ohne Zutun des Menschen. Pflanzen und Tiere leben nach ihrem eigenen Plan, ihrem eigenen jahreszeitlichen Rhythmus. Die Natur braucht uns nicht. Es ist umgekehrt: Wir brauchen die Natur!

Funktionierende Wälder produzieren Ressourcen wie Holz, schützen vor Hangrutschen und Lawinen und bieten Erholungsraum. Ja mehr noch: Wälder berühren und begeistern uns, bringen uns zum Staunen und können uns regelrecht verzaubern. Die Wissenschaft fasst Waldfunktionen, die uns zugute kommen, als „Ökosystemleistungen“ zusammen. Untersuchungen zeigen, dass diese Leistungen in der Regel mit zunehmender Biodiversität steigen. Wenn wir uns für die Erhaltung von Lebensräumen und Arten einsetzen, tun wir das also nicht nur wegen ihnen, sondern vor allem auch wegen uns.

Die Natur organisiert sich selbst, doch der Mensch gestaltet die Rahmenbedingungen. Mit der Kampagne „Biodiversität: Vielfalt im Wald“ setzt sich der SVS/Birdlife Schweiz für einen naturnahen Waldbau ein, der mehr Massnahmen für die Biodiversität enthält – damit wir auch in Zukunft vollumfänglich von den Leistungen des Waldes profitieren können.